VectorUndBitmap

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Vektor und Bitmap

Inkscape ist ein Vektoreditor, kein Bitmap- oder Raster-Editor. Was hat das zu bedeuten?

Mehrheitlich werden auf Computern Bilder in Form von Bitmaps gespeichert und verarbeitet. Ein Bitmap stellt eine sehr systemnahe Abstraktion eines Bildes dar. Es speichert Informationen über die Farben und ggf. der Transparenz jedes einzelnen Pixels eines Bildes - mehr nicht.

Wenn man z.B. ein PNG-Bild mit einem schwarzen Kreis auf weißem Hintergrund hat, ist in Wirklichkeit überhaupt kein schwarzer Kreis im Bild gespeichert: die betrachtende Person kann nur "erraten", dass ein Kreis dargestellt ist. Alles, was der Computer über das Bild weiß ist, dass einige Pixel schwarz und einige weiß sind.


Genau deshalb kann der Computer selbst wenig mit dem Bild machen. Er kann alle weißen Pixel blau machen, aber er kann nicht den Kreis bewegen oder ändern, weil er ihn nicht "sieht". Diese Art von Aufgaben sind möglicherweise sogar für Menschen schwierig, wie jeder bestätigen kann, der "The Gimp" oder Photoshop benutzt hat: man muß komplexe und unzuverlässige Werkzeuge benutzen, um den Kreis "auszuwählen", und man kann auch das nicht perfekt machen, wenn z.B. die Ränder des Kreisen anti-aliased sind (weichgezeichnet, so dass manche Pixel nur teilweise schwarz bzw. weiß sind).


Mit Vektorgrafiken ist alles anders. In einem Vektorformat kann der aktuelle Kreis als Objekt gespeichert werden, zusammen mit seinen Eigenschaften. Das heißt, man kann es leicht von anderen Objekten trennen und was auch immer damit machen. Ferner können Computer vieles automatisch damit machen! Keine frustrierenden "Auswahlen" mehr, man nimmt einfach ein Objekt und bearbeitet es wie gewünscht. So arbeitet Inkscape und das ist sein Hauptunterschied zu Bitmapeditoren wie The_Gimp.


Hier sind die wesentlichen Vorteile der Vektor-Methode:

  • Jederzeit bearbeitbar. Die Tiefe des "Rückgängig" ist ein viel weniger begrenzender Faktor in Inkscape, als in einem Bitmap Editor. So lange man ein Objekt nicht löscht, ist es immer gleich einfach von anderen zu trennen und zu bearbeiten. In einem Bitmap Editor ist man eventuell gezwungen, das Bild "zusammenzufügen", so dass Objekte, auch wenn sie sich ursprünglich auf verschiedenen Ebenen befanden, danach auch zusammengefügt sind. Im Gegenteil, es gibt keine Notwendigkeit, ein Vektorbild jemals "zusammenzufügen" (allerdings kann man es als Bitmap exportieren).
  • Skalierbar. Man kann die Grafik in jeder Auflösung speichern oder betrachten und man wird nie eine Stufenbildung oder Unschärfe dadurch erhalten. Alles bleibt frisch und klar, unabhängig von der Größe.


  • Animierbar. Da in einer Vektorgrafik Objekte unabhängig voneinander gespeichert werden, ist es leicht, sie durch Bewegen, Verändern, usw. zu animieren. Deshalb unterstützen Vektor Formate wie SVG oder Flash normalerweise auch Animation.


  • Interaktiv. Man kann Objekte nicht nur animieren, man kann sie auch interagieren lassen. Eine Grafik kann als Antwort auf eine Benutzer-Aktion jede Objekt-Eigenschaft verändern, was es möglich macht, komplexe Oberflächen mit Buttons, Links, Drag-and-Drop, usw. einzubauen.
  • Leicht herzustellen. Da Vektor-Objekte dem ähneln wie wir (die Menschen) uns Grafiken vorstellen, und da viele Vektor-Formate (einschließlich SVG) auf Text basieren, ist es leicht, eine einfache Vektor-Grafik von Hand zu schreiben (ohne irgend einen Grafik-Editor), oder ein Script zu programmieren, um so eine Grafik z.B. auf einem Webserver herzustellen.


  • Wiederverwendbar. Es ist sehr einfach, ein Objekt aus einer Grafik zu nehmen und in eine andere Grafik einzufügen. Es ist wie Open Source :)


Wer sich mit digitaler Musik beschäftigt wird es besser verstehen, wenn ich Vektor-Grafik mit MIDI und Bitmap-Grafik mit einer Tonaufnahme vergleiche. Eine andere Analogie: Vektoren sind wie der Source-Code eines Programms und Bitmaps wie die kompilierten Binärdateien.


Der einzige Nachteil von Vektoren ist, dass man durch die Objekttypen und die Eigenschaften begrenzt ist, die das Grafik-Tool und das Vektor-Format unterstützen. Während man beliebige Grafiken (z.B. Fotos) in Bitmaps speichern kann, ist es nicht so einfach, mit Vektoren komplexe Grafiken zu simulieren. Dennoch, mit Inkscapes Gradients und Transparenz kann man erstaunlich fotorealistische Vektorbilder herstellen. Bemerkenswert auch, dass Vektoren Bitmaps als eine Art spezieller Objekte enthalten können. So kann man ein Foto in eine Inkscape Grafik einfügen und mit Vektor-Objekten kombinieren.

Siehe Math and Games vom Webmaster von Math Puzzle das diese Information vervollständigt und ergänzt. Es gibt dort auch sehr viele Links.

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